Die Lehrkräfte der zukünftigen 7. Klassen der Oberschule hospitieren an der abgebenden Schule, um die Schüler besser „dort abholen zu können, wo sie stehen“, d.h. ein ihrem Lernentwicklungsstand angemessenes Unterrichtsangebot zu machen und ihnen somit den Start an der neuen Schule zu erleichtern. Über das Projekt „Going social“ sind zwei Schülerinnen der Oberschule sechs Wochen lang jeweils an einem Tag in der Woche im Bereich „Freizeitgestaltung“ an der Hermann-Herzog-Schule tätig.
Im Falle von Schülern, die den Start an der Oberschule nicht erfolgreich bewältigen, tauschen sich die Lehrerinnen und Lehrer mit den früheren Klassenlehrern aus, um Schlussfolgerungen für eine bessere individuelle Förderung zu ziehen.
Erfahrungen an der eigenen Schule
Grundschüler, die Interesse zeigen, nach der 6. Klasse an die Oberschule am Brunnenplatz zu wechseln, haben Gelegenheit, dort zu hospitieren, um besser informiert auf ihre zukünftige Schule vorbereitet zu sein, da ihnen die inhaltlichen Anforderung, die Lehrkräfte und die Schulleitung sowie die Räumlichkeiten schon vertraut sind. Die gemeinsame Reflexion der ehemaligen und jetzigen Lehrer über mögliche Gründe für mangelnden Lernerfolg bestimmter Schüler ermöglicht die Entwicklung von individuell abgestimmten Förderplänen und Unterstützungsmaßnahmen.
Erfahrungen durch die und mit der andere(n) Schule
Treffen und Ergebnisse
Der Austausch zwischen den Schulleitungen und den Fachkonferenzen beider Schulen wird im Rahmen gemeinsamer Treffen realisiert. Eine intensive kritische Auseinandersetzung mit der Schnittstelle Grundschule-Oberschule findet darüber hinaus im Jahrgangsteam der 7. Klasse an der Oberschule statt , an dem auch Kollegen der Grundschule teilnehmen. Die wechselseitigen Hospitationen von Schülern und die Teilnahme am Schülerprojekt „Going social“ erleichtern die Orientierung am fremden Ort und heben die Anonymität im jeweils anderen Schulleben auf. Durch die Möglichkeit, an der anderen Schule neue soziale Erfahrungen zu sammeln, vertieft sich das gegenseitige Verständnis füreinander und festigt die Brücke zwischen beiden Schulen.
Gewonnene Impulse durch die jeweils andere Schule
Die Fortsetzung der Hospitationen von Schülern der 6. Grundschulklassen im 7. Jahrgang der Oberschule wird fundiert durch gezielte Beobachtungsaufträge für die Hospitierenden. Die beiden Schulen setzen ihre Zusammenarbeit in den Fachkonferenzen Deutsch, Mathematik und Integration fort. Zur Intensivierung der Kooperation wird ein gemeinsames Zirkusprojekt „Shake“ für den 6. und 7. Jahrgang beitragen. Außerdem ist eine Erweiterung des Going-social-Projektes durch Lesegruppen, Betreuung von Hausaufgaben und Organisation von Tischspielen im Freizeitbereich der Grundschule in Planung. Zur Untermauerung der Zusammenarbeit der Schüler ist stärkere Kooperation bei der Elternarbeit geplant; dazu sollen gemeinsame Elternabende der Grundschule an der Oberschule gehören sowie ein regelmäßiger Informationsstand der Oberschule bei den Elternsprechtagen der Grundschule. Darüber hinaus werden im Vorfeld des Schulwechsels die sonderpädagogischen Lehrkräfte der Oberschule an den Beratungsgesprächen für die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf teilnehmen.
Resümee
Ein weiteres Ergebnis aus den bisherigen Erfahrungen ist als „Kurskorrektur“ der Plan, die Zusammenarbeit auszuweiten, indem auch die vierten Klassen miteinbezogen werden. Um Zeitfenster für Reflektion der Inhalte der Tandemarbeit zu schaffen, werden spezielle Workshops durchgeführt.